Klingemund - Ein sauerländisches Liederbuch

Theodor Pröpper, der Balver Heimatsänger, Organist, Komponist und "Spielmann Gottes", hat seine tiefe Heimatliebe immer wieder in einer Vielzahl von Liedern zum Ausdruck gebracht, die er in seinem Liederbuch "Klingemund - Ein sauerländisches Liederbuch" veröffentlicht hat. Häufig verwendete er klangvolle plattdeutsche Titel und Texte wie "Siuerland", "De Häime", "Dat olle Hius", "No Häime well iek gohn", "Meyn Siuerland", "Könn iek äinmol noch tärhäime seyn", "Siuerland, könn iek di molen", "Flaitepeypken", "Meyn Laiv es däut". Das Plattdeutsche gibt den Liedern Wärme und Gefühlstiefe. 

Aber auch ein hochdeutsches Lied über das Hönnetal soll hier wiedergegeben werden. Und das populäre "Balver Lied", ein richtiger Gassenhauer, darf in dieser kleinen "Anthologie" keinesfalls fehlen. 

 

Meyn Siuerland

Von Theodor Pröpper

 

Bo sik diusend Beärge rekket,
do sey iek tär Hius, 
Bo döärt Dall de Weäg sik strekket,
sing iek meynen Griuß 
datt vam Beärg hai weyer klinget
öäwer Beärgesköppe springet
hänget an deär Läggenwand:
Häime, diu meyn Siuerland
Häime, meyn Siuerland
Wo sich tausend Berge recken,
da bin ich zu Haus,
wo durchs Tal die Weg sich strecken,
sing ich meinen Gruß
dass vom Berg er wieder klinget
über Bergesköpfe springet
Hänget an der Felsenwand:
Heimat, du mein Sauerland
Land, bo diusend Quellen riusket
in deäm Wiesengrund
Beärgesstille häimlik liusket
op deän Klingemund
Restebank op grainen Matten
bo de Sunne in deän Schatten
tastet met deär Strohlenhand:
Häime, diu meyn Siuerland
Häime, meyn Siuerland
Land wo tausend Quellen rauschen
in dem Wiesengrund
Bergesstille heimlich lauschet
auf den Klingemund
Ruhebank auf grünen Matten
wo die Sonne in den Schatten
Tastet mit der Strahlenhand
Heimat, du mein Sauerland

 

Stoh iek still op Beärgeshöchten
blenket irgendbo
Säi un Deyk biu Äugenlöchten 
blank un hiemelblo.
Wellen in deär Sunne blitzet
alle Bieken scheynt und glitzet
feyn biu hellet Silwerband
Häime, diu meyn Siuerland
Häime, meyn Siuerland
Steh ich still auf Bergeshöhen
blinket irgendwo
so ein Teich wie Augenleuchten
blank und himmelblau.
Wellen in der Sonne blitzen
alle Bäche scheinen, glitzern
fein wie helles Silberband
Heimat, du mein Sauerland

 

Land, säu bunt van diusend Farwen
Hänge scheynt wi Blaut
Op deän Fellern güldne Garwen,
Lecht un Sunnenglaut.
Un dat ganze Land vull Singen,
un biu Melodeyenklingen
es dai weye Hiemelsrand.
Häime, diu meyn Siuerland
Häime, meyn Siuerland
Land so bunt von tausend Farben
Hänge(?) scheinen wie Blut
Auf den Feldern güldene Garben
Liegen in Sonnenglut.
Und das ganze Land voll Singen
und wie Melodienklingen
ist der weite Himmelsrand.
Heimat, du mein Sauerland
 
Höhlenland, in daipen Grünnen
Rätsel slopet viel.
Wunnersfräuh deyn Loav verkünnen
sall meyn Kling-klang-spiel.
Bis nit siuer, bis säu schoine!
Lachst mi deyne hellsten Toine,
wänn iek spür ´ne Swielenhand.
Häime, diu meyn Siuerland
Häime, meyn Siuerland
Höhlenland in tiefen Gründen
Rätsel schlafen viel.
Wunderfroh dein Lob verkünden
soll mein Klingklangspiel.
Bist nicht sauer, bist so schöne
Lachst mir deine hellsten Töne
wenn ich spür ´ne Schwielenhand
Heimat, du mein Sauerland

 


De Häime

Von Theodor Pröpper

 

Wohl kenne iek de Welt säu weyt,
de Luie und dat Land.
Doch of iek sochte lange Teyt,
käin schönner Häim iek fand
as biu meyn Hius in Beärgen grain.
Säu schoin!
Iek hef kein schönnret saihn.
Wohl kenne ich die Welt so weit, die Leute und das Land.
Doch ob ich suchte lange Zeit, kein schöner Heim ich fand
als wie mein Haus in Bergen grün
So schön! Ich hab kein schöneres gesehen.
Suiht Laiwe, blind, de Häime meyn
in güldnen Farwen stohn?
Iek froge nit; düt Bild, säu feyn,
sall mey nit unnergohn.
Iek holl et fast met seynem Glanz,
dai löchtet bie en Strohlenkranz. 
Sieht Liebe, blind, die Heimat mein in güldenen Farben stehn?
Ich frage nicht; dies Bild, so fein, soll mir nicht untergehn.
Ich halt es fest mit seinem Glanz
der leuchtet, wie ein Strahlenkranz.

 

De Häime es me allteyt frisk
säu biu de Dag op gäiht.
Käm irgendbai an meynen Disk
un wöll mey kuiern läid
de Häime föär de halwe Welt
Iek wöll se tiusken föär kain Geld!
Die Heimat ist mir allzeit frisch, so wie der Tag an geht.
Käm irgendwer an meinen Tisch, wollt mit mir reden, ständ(?)
die Heimat für die halbe Welt
Ich wollt sie tauschen für kein Geld.
De Häime es kain maitig Spiel,
bat spielt me dann un wann.
De Häime es säu wunnersviel
biu´t nümmes seggen kann.
Lait ik se los vöär meynem Grav
et bräk ´nem Bäum de Woartel af.
Die Heimat ist kein müßig Spiel, das spielt man dann und wann.
Die Heimat ist so wundervoll wie´s niemand sagen kann.
Lass ich sie los vor meinem Grab
es bräch ´nem Baum die Wurzel ab.
Jo, Häime dai es weyt und daip,
säu daip biu Klokkenklang.
Mey es, as wänn ´ne Stemme raip
all diusend Johre lang.
Se raipet häimlik, hört nit op.
Iek stoh - un sweyg - un lustre drop.
Ja, Heimat die ist weit und tief, so tief wie Glockenklang.
Mir ist, als wenn ´ne Stimme rief all tausend Jahre lang.
Sie ruft mich heimlich, hört nicht auf.
Ich steh - und schweig - und lausche drauf.

 


Siuerland, könn iek di molen...

Von Theodor Pröpper

 

Siuerland, könn iek di molen, 
bat gäffte dat ein Bild säu feyn!
Diusend Farwen woahl iek bröchte,
wöll iek molen, biu iek möchte,
all deyner Schoinheit bunten Scheyn,
all deyner Schoinheit bunten Scheyn.
Sauerland, könnt ich dich malen,
was gäbe das ein Bild so fein!
Tausend Farben wohl ich bräuchte,
wollt ich malen, wie ich möchte,
all deiner Schönheit bunten Schein,
all deiner Schönheit bunten Schein.
Nit äin Bild bläuß, diusend Biller;
säuviel et möchten sieker seyn!
Goh iek vöärwes un tärügge,
Biller saih iek, ümmer nigge!
:;: Bat bröcht´ iek do föär´n Pinsel feyn! :;:
Nicht ein Bild bloß, tausend Bilder;
so viel es möchten sicher sein!
Geh ich vorwärts und zurücke,
Bilder seh ich, immer neue!
Was bräucht ich da für´n Pinsel fein.
Bo sik bläuß ´ne Strote krümmet,
do löchtet anders deyn Gesicht.
Doch borüm sall iek di prohlen?
Gloiv, iek kann di doch nit molen;
:;: bis schönner as en schoin Gedicht :;:
Wo sich bloß ´ne Straße krümmet,
da leuchtet anders dein Gesicht.
Doch warum soll ich dich prohlen(?)
Glaub, ich kann dich doch nicht malen;
Bist schöner als ein schön´ Gedicht.
Treck döärt Land me oapnen Äugen,
drink mi an deynen Billern satt.
Keyk se an bey Nacht im Dräume,
riusket sacht de Wind im Bäume,
:;: un ´wahr se biu deähn Weyn im Fatt. :;:
Zieh durch´s Land mit offnen Augen,
trink mich an deinen Bildern satt.
Guck sie an bei Nacht im Traume,
rauschet sacht der Wind im Baume,
und (be)wahr sie wie den Wein im Fass.

 


Dat olle Hius

Von Theodor Pröpper

Dat Hius, dat heät meyn Vatter bugget,
drüm es et mey säu wärt.
Hai heät dobei ob Goatt vertrugget,
drüm nix es dran verkährt.
Biumester wären Soarge, Swäit.
Düt Hius, dat stäiht. Düt Hius, dat stäiht.
Das Haus, das hat mein Vater gebaut,
drum ist es mir so wert.
Er hat dabei auf Gott vertraut,
drum nichts ist dran verkehrt.
Baumeister waren Sorge, Schweiß.
Dies Haus, das steht.
Dies Haus, das steht.
Ob fastem Grund stoht seyne Muiern.
Biu lange noch - bai wäit?
Wänn seyne Pöste können kuiern,
se wüßten Lust un Läid
un bai im Hius met truiem Sinn
:;: was Küenigin :;:
Auf festem Grund stehn seine Mauern.
Wie lange noch, wer weiß?
Wenn seine Balken reden könnten,
sie wüssten Lust und Leid
und wer im Haus mit treuem Sinn
war Königin. 
Dai richtet het düt Hius met Hoapen,
dai sind all lange gohn.
Äin klenner Hius stond föär se oapen;
eähr Weärk was hey gedohn.
Dai gengen, het all lange Riuh
:;: Hey iek sto niu. :;:
Die dieses Haus mit Hoffen bauten,
die sind schon lang gegangen.
Ein kleineres Haus stand für sie offen;
ihr Werk war hier getan.
Die gingen, haben all lange Ruh.
Hier steh ich nun.
Düt olle Hius op oller Steye,
et hört äuk mey nit lang;
iek se jo bläuß in langer Keye
äin Rink im Keyenstrang.
Äin Weylken bläuß sin iek hey Här -
:;: un dann nit mähr. :;:
Dies alte Haus an alter Stelle,
gehört auch mir nicht lang;
ich bin ja bloß in langer Kette
ein Ring im Kettenstrang.
Ein Weilchen bloß bin ich hier Herr -
und dann nicht mehr. 
Meyn laiwe Hius, ey ollen Wänne,
biu sall iek seggen Dank?
Mey es, as läggten Vatters Hänne
noch ob deär Finsterbank -
söh Vatter in deär Dür noch stohn. -
:;: - - Äin Kummen, - Goh´n - - :;:
Mein liebes Haus, ihr alten Wände,
wie soll ich sagen Dank?
Mir ist, als lägen Vaters Hände
noch auf der Fensterbank.
Säh Vater in der Tür noch stehn.
:;: - - Ein Kommen - Geh´n - - :;:

Leßte Häime

Von Theodor Pröpper
 
Wänn iek bläuß wüßte, bat mey fählt;
et es säu eigen mey.
Of bai woat Schoines wägg mi hält?
Of Laiwes gäiht vöärbey?
De Dag met seynem Scheyn es hen
Mey es as wänn iek greynen könn.
Wenn ich bloß wüsste, was mir fehlt;
es ist so eigen mir. 
Ob wohl was Schönes wegen mir hält?
Ob Liebes geht vorbei?
Der Tag mit seinem Schein ist hin
Mir ist, als wenn ich weinen könnt.
De Häime - jo, iek wäit nit biu -
se biewert bie in Näut.
De Luie, dai seyd anders niu -
un viele seyd all däut. -
Of wächtet niu op mey dai Peyn,
dohäim, dohäime früemd te seyn?
Die Heimat - ja ich weiß nicht wie -
sie bibbert  wie in Not.
Die Leute, die sind anders nun -
und viele sind längst tot.
Ob wartet nun auf mich die Pein,
daheim, daheime fremd zu sein?
Woahl laiwen Träust et mey bedütt,
datt fast de Beörg no stäiht,
vom Täuern noch de Klokke lütt,
von frägger noch bai wäit - -.
Iek lustre feyn - de Augen natt;
iek saike woat un wäit nit bat.
Wohl lieben Trost es mir bedeutet,
dass fest die Berg noch stehn,
vom Turme noch die Glocke läutet,
von früher noch wer weiß (?) - -.
Ich lausche fein, die Augen nass;
Ich suche Wort(?) und weiß nicht was.
Dai ollen Huiser noch do stoht
met eährem Trappenstäin;
doch döär de düren andre goht
mey früemd - iek stoh alläin.
- De allerleßte Häime meyn, 
dai mat doch woahl bo anders seyn.
Die alten Häuser noch da stehn
mit ihrem Treppenstein;
doch durch die Türen andere gehn
mir fremd - ich steh allein.
- Die allerletzte Heimat mein,
die muss doch wohl wo anders sein.


No Häime well iek gohn

Von Theodor Pröpper

 

No Häime, no Häime,
no Häime well iek gohn.
Dai bunten Stroten weyt un bräit,
dat kriuse Weärk, dat es mi läid.
Iek saike meyne Riuh.
Iek well no Häime niu.
Nach Hause, nach Hause, nach Hause will ich gehn.
Die bunten Straßen weit und breit
das krause Werk, das ist mir leid.
Ich suche meine Ruh.
Ich will nach Hause nun.
No Häime, no Häime,
no Häime well iek gohn.
Un es de Welt äuk noch säu schoin,
viel schönner es meyn Hüttken klain,
meyn Gor´n met Blaumen drin,
bo iek tärhäime sin.
Nach Hause, nach Hause, nach Hause will ich gehn.
Und ist die Welt auch noch so schön,
viel schöner als mein Hüttchen klein,
mein Garten mit Blumen drin,
wo ich zuhause bin.
No Häime, no Häime,
no Häime well iek gohn
Döärt Finster scheynt dat Lecht
säu sacht;
do wachtet Heärten Dag un Nacht
un Hänne, steyf un krumm,
wänn iek no Häime kumm.
Nach Hause, nach Hause, nach Hause will ich gehn.
Durchs Fenster scheint das Licht so sacht;
da wacht das Herze Tag und Nacht,
und Hände, steif und krumm,
wenn ich nach Hause komm.
No Häime, no Häime,
no Häime well iek gohn.
Iek gloiv, tärhäime stönd iek niun
beym Nower woahl am Gorentiun
un hör de Klokken slohn
Iek well no Häime gohn.
Nach Hause, nach Hause, nach Hause will ich gehn.
Ich glaub, zuhause stünd ich nun
beim Nachbarn wohl am Gartenzaun
und hört die Glocken schlagen
Ich will nach Hause gehn.
No Häime, no Häime,
no Häime well iek gohn.
Do kenn´ iek jäiden Busk un Bäum
bin seälig bie äin Kind im Dräum
Bai kann dat nit verstohn?
- Iek well no Häime gohn.
Nach Hause, nach Hause, nach Hause will ich gehn.
Da kenn ich jeden Busch und Baum
bin selig, wie ein Kind im Traum.
Wer kann das nicht verstehn?
Ich will nach Hause gehn.
 

 


In äinem daipen Wiesengrund

Von Theodor Pröpper
 
In äinem daipen Wiesengrund
do stäiht äin Hüttken klain.
Meyn Leäwdag hef in weyer Welt
kain schönner Hius iek saihn.
Dat es säu sieker ganz gewiß,
weil´t jo meyn´Häime is,
weil´t jo meyn´Häime is.
In einem tiefen Wiesengrund
da steht ein Hüttchen klein.
Mein Lebtag hab in weiter Welt
kein schöner Haus ich g´sehn.
Das ist so sicher ganz gewiss,
weil´s ja mein Heime ist,
weil´s ja mein Heime ist.
Of weyt iek in deär Früemde sey,
düt Hius im Slop iek kenn´;
no eähm, of noge oder weyt,
goht alle Stroten hen.
Iek main´de ganze Welt säu rund,
:;: raip no deäm Wiesengrund. :;:
Ob weit ich in der Fremde war,
dies Haus im Schlaf ich kenn;
Nach ihm, ob nahe oder weit,
gehn alle Straßen hin.
Ich mein, die ganze Welt so rund,
ruft nach dem Wiesengrund.
Dat witte Haus - dat häuge Dak -
dat Riuten, blitze-blank -
dai Linne vöär deär gräinen Dür
un vöär deäm Hius dai Bank -.
Of noch im Speyker - Teyt vergäiht -
:;: meyn Waigenberre stäiht? :;:
Das weiße Haus, das hohe Dach,
das Riuten(?), blitze-blank -
die Linde vor der grünen Tür
und vor dem Haus die Bank.
Ob noch im Speicher - Zeit vergeht,
mein Wiegenbette steht?
Iek wüßte gärn, of Disk un Bank
am ollen Platz noch sind,
of blaumet noch dai Appelbäum,
deän plantet iek as Kind - -,
Iek mak mi op; iek goh säu bius.
:;: Iek well - iek mat no Hius! :;:
Ich wüsste gern, ob Tisch und Bank
am alten Platz noch sind,
ob blühet noch der Apfelbaum,
den pflanzte ich als Kind.
Ich mach mich auf; ich geh so schnell.
Ich will - ich muss nach Haus.

 


Hönnetal

Von Theodor Pröpper

 

Hönnetal, viel Lieder ranken
reich um deine Schönheit sich.
Augen, die dein Bildnis tranken,
meine Sinne und Gedanken
können nie vergessen dich.
  Mancher Mund dich schon besang,
  Saitenspiel zum Ruhm dir klang.
Rausche, Hönne, rausche,
rausche immerzu!
Und ich lausche, lausche, 
:;: ein Lied bist du ;:;
 
Schönstes Tal wohl in der Weite:
Höhlen, Wald und Felsgestein.
Weg und Fluß sich sind Geleite.
drohend wild Geklüft zur Seite -
Wellen spielen, silberrein.
  Hoher Fels ist Himmels Saum.
  Stilles Tal, bist wie ein Traum. -
Rausche, Hönne, rausche,
rausche immerzu!
Und ich lausche, lausche, 
:;: ein Lied bist du ;:;
 
Felsenschlucht, aus alten Tagen,
da vom Horst der Uhu rief,
rauscht der Mantel grauer Sagen.
Fels und Burg und Tannen ragen.
Dämmerung raunt im Grunde tief,
  wo vom steilen Felsenhang
  einst das Posthorn widerklang.
Rausche, Hönne, rausche,
rausche immerzu!
Und ich lausche, lausche, 
:;: ein Lied bist du ;:;
 
Hönnetal, dein kühler Schatten
duftet, wenn die Sonne glüht.
Gruß dir, weil auf deinen Matten
und an Hängen, farbensatten,
noch die "Blaue Blume" blüht.
  Laß sie blühn noch lang - noch lang,
  Tal der Träume, voll von Klang!
Rausche, Hönne, rausche,
rausche immerzu!
Und ich lausche, lausche, 
:;: ein Lied bist du ;:;
 

 


Balver Lied

Von Theodor Pröpper

 

Du alte Stadt im grünen Tal.
der Berge Wucht dich kränzet.
Mit jedem neuen Sonnenstrahl 
zur Freud´ dein Bild mir glänzet.
Ich singe froh ins Land hinaus, 
weil ich in Balve bin zu Haus,
in Balve, in Balve.
Trallera, trallera.
Traleralalalala, lalala, lalala.
Ich singe froh ins Land hinaus,
weil ich in Balve bin zu Haus,
in Ba-l-ve.
 
Dein Herz wohl tausend Jahre schlägt,
du Stadt, gar reich an Ehre.
Tief in dein Bild ist eingeprägt
der Väter Wort und Lehre.
Und jedes Haus sein Gesicht;
wer das nicht sieht,
der kennt dich nicht,
:;: mein Balve. :;:
Trallera, trallera.
Traleralalalala, lalala, lalala.
Und jedes Haus sein Gesicht;
wer das nicht sieht,
der kennt dich nicht,
mein Ba-l-ve.
 
Wer dir im Herzen nicht ist gut,
dem bleibt dein Tor verriegelt.
Es rauscht der Hönne klare Flut,
drin sich der Himmel spiegelt.
Und Berg und Höhle, Felsgestein,
sie grüßen weit ins Land hinein
:;: aus Balve. :;:
Trallera, trallera.
Traleralalalala, lalala, lalala.
Und Berg und Höhle, Felsgestein,
sie grüßen weit ins Land hinein
aus Ba-l-ve.
 
Dein Glockenläuten, tief und schön
der Gärten buntes Blühen,
dein Spiel, dein Singen und Getön
läßt meine Seele glühen.
Und winkte draußen mir ein Glück
und wär´ ich weit - ich käm zurück
:;: nach Balve. :;:
Trallera, trallera.
Traleralalalala, lalala, lalala.
Und winkte draußen mir ein Glück
und wär´ ich weit - ich käm zurück
nach Ba-l-ve. 
 
Gesegne Gott, dich, liebe Stadt,
die Mauern und die Türme!
Behüte Gott, was Leben hat,
halt´ Wetter ab und Stürme!
Laß unsre Stadt nicht untergeh,
laß treu zu ihr so fest uns stehn
:;; wie Balve. :;: 
Trallera, trallera.
Traleralalalala, lalala, lalala.
Laß unsre Stadt nicht untergeh,
laß treu zu ihr so fest uns stehn
wie Balve.